Photocircle Baum FAQ

Hier erfährst Du alles Wesentliche über unsere Bäume

Wieso weshalb warum – hier verraten wir Dir alles, was Du schon immer über Bäume im Allgemeinen, deren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel und über unser Aufforstungsprojekt in Äthiopien wissen wolltest!

  • Weshalb pflanzt Ihr eigentlich Bäume in Äthiopien und nicht anderswo?

Kaum ein anderes Land in Afrika hat in den vergangenen Jahrzehnten so viel von Dürren und Hungersnöten Schlagzeilen gemacht wie Äthiopien. Per Zufall lernten die Gründer unseres Projekt-Partners Green Ethiopia das Land vor 25 Jahren kennen und haben dabei insbesondere das Problem der Erosion mitsamt ihren Folgen erkannt – und wollten etwas dagegen unternehmen. So haben sie die Stiftung gegründet und in Äthiopien mehr als genügend unbewaldete Berghänge und Hügel vorgefunden, die es aufzuforsten galt und gilt.

  • Welche Baumarten pflanzt Ihr dort an und weshalb?

Das sind vorwiegend einheimische und sogenannte area adaptete (zu Böden und Klima passende) Baumsorten. Diese Bäume können also im Klima und auf den Böden dieser Region problemlos wachsen und gedeihen.

Im ersten Jahr können häufig nur wenige verschiedene Baumarten gedeihen (sogenannte pioneer species, die trotz erodiertem Boden und fehlendem Schatten älterer Bäume anwachsen können). Aber bereits ab dem zweiten Jahr wollen wir möglichst Mischwälder aufforsten. Ganz wichtig sind beispielsweise auch Legumiosen, d.h. stickstoffbindende Arten, welche den Boden mit Stickstoff anreichern und so für eine gute Bodenbeschaffung sorgen.

  • Wie genau funktioniert das eigentlich mit den Bäumen und dem CO2?

Bäume wandeln in einem stetigen biochemischen Prozess (Photosynthese) die Energie des Sonnenlichts in Biomasse um. Dazu holt sich die Pflanze das dafür benötigte CO2 aus der Atmosphäre und Wasser aus dem Boden, dann wandeln sie diese beiden mit der Energie der Sonne um in Sauerstoff und Glukose (also eine Form von Kohlenstoff C), wobei das letztere für die Pflanze schließlich Wachstum und das erstere für uns Atemluft bedeutet. So kann man also sagen: Bäume binden CO2 und produzieren Sauerstoff. 

Bäume produzieren aber nicht nur Sauerstoff, zusätzlich lassen sie auch Wasser verdunsten, das dann in der Nacht wieder als Tau kondensiert und dadurch den Boden mit Feuchtigkeit anreichert. So verbessern Bäume das ganze Mikroklima und bieten dadurch Lebensraum für eine Vielzahl von anderen Pflanzen und Tieren.

  • Und wieviel CO2 absorbiert so ein Baum dann über die Jahre aus der Atmosphäre?

Die Menge hängt von der Baumsorte, vom Standort, dem Boden und weiteren Faktoren, wie Regenmenge und Sonnentagen ab.  Studien äthiopischer Universitäten (u.a. Addis Ababa und Ambo), die teilweise direkt in unseren Aufforstungsgebieten die CO2-Bindung von Bäumen und Wäldern untersucht haben, zeigen, dass 180 Bäume während 10 Jahren im Schnitt eine Tonne CO2 binden. 

  • Wie regulieren Bäume den Wasserkreislauf?

Bäume und Wälder sind die besten Wasserspeicher. Bei Regenfall versickert das Wasser im humusreichen Waldboden und wird dort vom Wurzelgeflecht zurückgehalten (wenn keine Bäume da sind, läuft das Wasser oberflächig den Berg hinunter und verursacht Erosionsschäden). Nur ein kleiner Teil der jährlichen Wassermenge wird von den Bäumen selbst konsumiert, der grosse Teil fließt unter der Oberfläche nach und nach den Berg hinunter. Nach Wochen oder Monaten nährt es so dann Quellen am Fuße der Berge, und es entstehen Bäche und Teiche. Dieses Wasser kann nun von Menschen, Tieren und Pflanzen auch noch viele Monate nach Ende der Regenzeit genutzt werden. 

  • Wie groß sind Eure Bäume nach zwei, drei und fünf Jahren?

Das hängt von der Baumart, von der Bodenbeschaffenheit, von den Regenfällen und vom Klima ab. Akazien und Olivia z.B. wachsen eher langsam. Nach zwei Jahren erreichen sie eine Höhe von 30cm, nach fünf bis eineinhalb Meter. Andere Arten wie Hygenia, Prunus, Sesbania sind nach einem Jahr zwischen einem und eineinhalb Metern hoch und können in fünf Jahren schon eine Höhe von zehn Metern erlangen. 

  • Wie wird sichergestellt, dass die Bäume auch nachhaltig wachsen können und nicht wieder abgeholzt werden?

Green Ethiopia’s Aufforstungsgebiete werden während der fünf Jahre nach Pflanzung durch Wächter*innen geschützt, um das Eindringen von Menschen und Nutztieren zu verhindern. Zur großen Freude der Organisation versuchen nämlich schon nach wenigen Jahren Wildtiere einzudringen – ein gutes Zeichen für die Biodiversität!

Gleichzeitig vereinbaren die Bauern und Bäuerinnen der Umgebung, wie sie die natürlichen Ressourcen nutzen können und dürfen. Das beinhaltet insbesondere Gras schneiden das im Wald zwischen den Bäumen wächst, aber auch einfache Bewässerungsmethoden (Gravity irrigation) in der Trockenzeit, oder Aufstellen von Bienenkästen (dank der Blüten siedeln sich sehr schnell Bienen und andere Insekten an).

Dabei ist es immer ganz wichtig, dass der Wald und die Bäume geschützt werden, es dürfen nur die ‘Früchte des Waldes’ geerntet werden. Somit trägt der Wald sehr direkt zur Verbesserung der Lebenssituation bei, was Dank den vereinbarten Schutz- und Pflegemaßnahmen zum langfristigen Fortbestand der Wälder beiträgt.

  • Wie hoch ist das Waldbrandrisiko im Projektgebiet?

Die Waldbrandgefahr ist gering. Waldbrände gab es zwar schon, z.B. durch Blitzeinschläge zu Beginn der Regenzeit, wenn die Wälder noch sehr trocken sind. Auch gab es vor Jahren einen Fall, bei dem während politischer Unruhen Wald absichtlich in Brand gesetzt wurde. Brandrohdung um Kulturland zu gewinnen gibt es in diesen Gebieten aber nicht, das ist vom Staat verboten und wird geahndet.

216.924
Seit Oktober 2019 konnten wir dank unserer Bildverkäufe bereits 216.924 Bäume pflanzen. Diese Bäume werden innerhalb der nächsten fünf Jahre ca. 17.353.920 kg CO₂ aufnehmen.